Leitprojekt BINGO

Hintergrund
Das Projekt
Das Besondere an BINGO
Die Hauptverantwortlichen
Erfolge
Die Planung für zukünftige Angebote

Hintergrund

Das verarbeitende Gewerbe bildet die Grundlage für den Wohlstand und die Beschäftigung in Ostwestfalen-Lippe. Dabei nimmt der Maschinenbau mit 274 Unternehmen (mit mehr als 20 Mitarbeitern je Unternehmen) und knapp 42.000 Beschäftigten eine Schlüsselposition ein. 6,5 Milliarden Euro Jahresumsatz und 43 Prozent Exportanteil sprechen eine deutliche Sprache. Der Maschinenbau beeinflusst mit innovativen Maschinen und Anlagen wesentlich die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit anderer Branchen in der Region. Eine bedeutende Anzahl von Beschäftigten hat in den Zulieferbetrieben des Maschinenbaus ihren Arbeitsplatz.

Zur Unterstützung dieser wichtigen Branche formierte sich - initiiert und moderiert von der WEGE Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Bielefeld mbH - eine Initiative, die sich im Oktober 2003 unter dem Namen OWL MASCHINENBAU e.V. eine eigene Organisationsform gegeben hat.

Mitglieder und Akteure in diesem Verein sind zahlreichen Maschinenbau-Unternehmen (z.B. Gildemeister, Kannegiesser, BOGE Kompressoren) sowie Verbände, Hochschulen, Wirtschaftsförderer und Wertschöpfungspartner der Branche.

Ziel der Initiative ist die Stärkung der vorhandenen wirtschaftlichen und technologischen Leistungskraft des mittelständischen Maschinenbaus in OWL im internationalen Wettbewerb.

Gemeinsam wollen sich Mitglieder und Partner des Vereins OWL MASCHINENBAU e.V. den Herausforderungen der Zukunft in der Region stellen. Diese Herausforderungen sind: verschärfter internationaler Wettbewerb durch zunehmende Globalisierung, beschleunigter technologischer Wandel, die demographische Entwicklung und der verstärkte Standortwettbewerb durch die EU-Erweiterung. Zahlreiche Maßnahmen sind ergriffen worden, um diese Ziele zu erreichen.

Detaillierte Informationen über den Verein OWL MASCHINENBAU e.V. finden Sie auf den anderen Seiten dieser Website.

Auf dieser Seite möchten wir BINGO – Berufsoffensive für Ingenieur/innen in OWL – eines der Leitprojekte der Initiative OWL MASCHINENBAU e.V. vorstellen.

Dieses Projekt ist eines der ersten der sich bildenden Maschinenbau-Initiative. Die Arbeitsweise, Kontinuität und Qualität der Aktivitäten zeigt beispielhaft das überdurchschnittliche Engagement der Beteiligten und belegt die Erfahrung, welche zukunftsweisende Akzente gemeinsames, zielgerichtetes Engagement in einem Netzwerk für eine Region bringen kann.

Der Arbeitskreis BINGO bildete sich 2002 nach mehreren Einzelgesprächen der WEGE Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Bielefeld mbH mit Maschinenbau-Unternehmern und Hochschulprofessoren der Fachhochschule Bielefeld.

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und der prognostizierten Studienabgänger, besonders in technisch-naturwissenschaftlichen Fächern, wurde schon in den ersten Branchengesprächen der sich formierenden Initiative OWL MASCHINENBAU e.V. mit Unternehmern und Hochschulvertretern deutlich, dass das Thema „Langfristige Gewinnung qualifizierter Fachkräfte“ von zentraler Bedeutung für die Zukunftsperspektiven des Standortes ist.

Die Unternehmen bestätigten diese Ergebnisse verschiedener Studien zum zukünftigen Fachkräftebedarf. Die Studien belegen, dass die sinkende Zahl der Studienanfänger in Ingenieur- und Naturwissenschaften die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gefährden. Die Hochschulen dagegen bestätigten das ungewöhnlich geringe Interesse der Schulabgänger an technischen Studiengängen. Aufgrund geringer Kapazitätsauslastung war sogar der Fachbereich Maschinenbau der Fachhochschule Bielefeld in der Gründungsphase von BINGO 2001 von der Schließung bedroht.

BINGO geht von Beginn an mit stark unternehmerisch geprägten Methoden vor. Moderne Marketinginstrumente werden genutzt, um die Sprache der jungen Leute zu treffen, um ihre Fragen und Interessen zu analysieren und die Angebote, die von den Unternehmen gemacht werden, so zu gestalten, dass sie auf Interesse stoßen.

Bereits im ersten Jahr wurde eine groß angelegte Befragung in den 11. Jahrgängen aller Bielefelder Gymnasien durchgeführt und wissenschaftlich ausgewertet. Zentrale Fragestellung dieser Untersuchung war das Image, das der Ingenieurberuf bei Jugendlichen hat.

Vor dem Hintergrund der Analyse der Befragungs-Ergebnisse wurden die ersten konkreten Angebote an die Schulen entwickelt. BINGO beteiligt sich - 2004 bereits zum dritten Mal - mit großem Engagement an den NRW-weiten Aktionstagen „Erlebnis Maschinenbau – Technik, die fasziniert“ mit einem eigenen Konzept. In mehreren Schritten wird ein erlebnisorientierter Aktionstag in verschiedenen regionalen (Maschinenbau-)Unternehmen durchgeführt. Vorbereitet wird der Tag in mehreren Workshops (für Unternehmensmitarbeiter/innen, für Lehrer/innen) und einer vorbereiteten Doppelstunde für die Schulklassen.

Ziel des Aktionstages ist es, die Vielfalt der Berufe in einem Unternehmen kennen zu lernen. Die Unternehmen stellen ein abwechslungsreiches Programm vor, in welchem die Jugendlichen sowohl die Betriebe und deren Produkte kennen lernen, als auch in Kleingruppen intensive Gesprächs- und Fragemöglichkeit an die Mitarbeiter der Unternehmen erhalten. Besonders wichtig ist, dass i.d.R. die Geschäftsleitung der Unternehmen in die Gestaltung des Programms einbezogen wird, um den Jugendlichen die Bedeutung, die die Unternehmen der Nachwuchsförderung beimessen, unmittelbar zu zeigen.

Unmittelbar einbezogen in die Programmgestaltung sind auch Vertreter von Fachhochschulen (i.d.R. Professoren), die die Schülergruppen bei ihrem Unternehmensbesuch begleiten und aus ihrer Perspektive über Ausbildungsmöglichkeiten berichten.

Der allgemeinen Kritik, dass Aktivitäten dieser Art, singulär angeboten, keine nachhaltige Wirkung erzielen, arbeitet BINGO entgegen: Alle teilnehmenden Jugendlichen erhalten während des Erlebnistages einen informativen Flyer als Hintergrundinformation zu der Absicht der Aktion, verbunden mit einem Quiz, bei welchem attraktive Preise gewonnen werden können. Die Auswahl der Preise (z.B. November 2003 Besuch des Universums in Bremen) soll bei den Gewinnern die Vertiefung der Erlebnisse des Aktionstages ermöglichen. Im weiteren Verlauf des Jahres folgen weitere BINGO – Angebote an die Schulen, um das Label BINGO als Quelle für qualifizierte Berufsorientierung im Bewusstsein der Schulen und Unternehmen zu festigen.

Die Schülerbefragung des ersten Jahres wurde 2003 modifiziert wiederholt. Diesmal wurden erheblich mehr Jugendliche befragt, auch Real- und Gesamtschüler/innen. Wichtiger Themenkomplex dieser Befragung war: woher beziehen die Jugendlichen Informationen über Berufsorientierung? Das Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur (BIZ) wurde besonders häufig als zentraler Informationsort genannt. Deshalb fand im Februar 2004 erstmalig eine BINGO-Veranstaltung im Bielefelder BIZ statt, zu der alle Schulen der Region eingeladen worden sind.

BINGO kommt aus der Wirtschaftsförderung der Stadt Bielefeld. Berufsorientierung wird verstanden als wichtiges Element zur Entwicklung der regionalen Wirtschaft, zur Sicherung des Fachkräfteangebotes für die heimische Industrie.

Unternehmen, Schulen, Hochschulen, Verbände und weitere Akteure bilden eine gemeinsame Kampagne zur Zukunftssicherung der regionalen Wirtschaft.

BINGO zeichnet sich aus durch ein besonderes Engagement vieler unterschiedlicher Akteure.

BINGO ist Bestandteil des Netzwerkes OWL MASCHINENBAU e.V.

Entscheidend für den Erfolg der Maßnahmen ist, dass sie nicht singulär nur einmal pro Jahr gemacht werden. Das Label BINGO wird durch wiederkehrende Angebote im Bewusstsein der Öffentlichkeit synonym für qualitativ hochwertige Berufsorientierung in technischen Berufen aller Art. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit wird ein positives Image technischer Berufe bei Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen aufgebaut.

Moderiert wird der Kreis durch die Geschäftsstelle OWL MASCHINENBAU e.V.

Die Lenkungsgruppe des Arbeitskreises ist zusammengesetzt aus: Geschäftsführern, Personalchefs und Marketingspezialisten aus verschiedenen Unternehmen, IHK, Verbände, Vereine (VDI, EnergieImpuls), Fachhochschulen, Schulen, Wirtschaftsförderern und der Arbeitsagentur Bielefeld.

Neben der Lenkungsgruppe gibt es zahlreiche Akteure in den beteiligten Unternehmen und Schulen, Verbänden und der Stadt Bielefeld, der Bezirksregierung Detmold, der Kreise Lippe und Gütersloh und den Hochschulen der Region, die die Aktivitäten unterstützen.

Die Finanzierung der Maßnahmen wird durch Eigenleistung und finanzielle Unterstützung aller Beteiligten ermöglicht

Die Anmeldezahlen für Studienanfänger in den regionalen Hochschulen und in den Fachbereichen Maschinenbau und Elektrotechnik sind in den vergangen beiden Semestern enorm gestiegen. Die kontinuierlichen Maßnahmen der Initiative haben hierzu einen wichtigen Beitrag geleistet. Persönlich bekannt sind uns einige Jugendliche, die nach der Teilnahme an den Bingo-Aktionstagen ein vertiefendes Praktikum in einem beteiligten Unternehmen gemacht haben und anschließend ein Studium an der Fachhochschule Bielefeld absolvieren.

Ein weiterer Erfolg des Arbeitskreises ist die Stärkung des Netzwerkes OWL MASCHINENBAU e.V. Die regelmäßige Zusammenarbeit und persönliche Begegnung an diesem wichtigen gemeinsamen Projekt hat große Auswirkungen auf das Klima der Kooperation auch zu anderen Themen in der Region.

Das Bewusstsein für die Bedeutung und Qualität des Standortes OWL unterstützt die Bemühungen der Unternehmen und Verbände zur langfristigen Stabilisierung des Arbeitsmarktes in der Region.

Gewinner sind alle Akteure gleichermaßen! Die Konkurrenz untereinander wird abgebaut zugunsten von Kooperation und Erfahrungsaustausch – es entsteht ein Klima des Dialogs in der Gemeinschaft der Profis.

Ziel von BINGO ist die ständige Erweiterung der Angebote zur Berufsorientierung für Jugendliche der Region. Dabei kommt es dem Arbeitskreis darauf an, die einzelnen Module nach folgenden Kriterien zu entwickeln:

  • Kontinuierliche Fortführung und Erweiterung der bestehenden Angebote
  • Entwicklung zielgruppenorientierter, möglichst einfach abrufbarer Module als kontinuierliches Angebot zur Erleichterung der Berufsorientierung in den Schulen
  • Längerfristig Übertragbarkeit der Aktionsformen auf andere Chancen-Berufe der Region (z.B. Gesundheitsberufe, Tourismus)
  • Ausweitung der Kooperation mit den Mitgliedern und Partnern von owl maschinenbau e.V.

Der Arbeitskreis sieht auch langfristig  wichtige Aufgaben in der Unterstützung der Schulen bei der Berufsorientierung der Jugendlichen zur Sicherung des Angebotes an qualifizierten Bewerbern für die regionale Wirtschaft.