BINGO-Tag des Handwerks
Handwerksbetriebe öffnen ihre Türen
Am erstmals durchgeführten BINGO-Tag des Handwerks am 16. und 17.März hatten acht Handwerksbetriebe in OWL ihre Tore geöffnet. Sie warben bei den über 50 Schülerinnen und Schülern für mehr Interesse an technischen Berufen und ermöglichten ihnen einen Einblick in die Arbeitswelt.
„Was verbindet ihr mit Handwerk“, fragte Unternehmer Andreas Frommholz die fünf Schüler der Georg-Müller-Gesamtschule. „Dreck“, antworteten sie einhellig. „Von diesem Image wollen wir weg, das stimmt einfach nicht mehr“, erklärte der Vollbluthandwerker und Inhaber des Betriebes Elektro Götsch GmbH & Co. KG in Bielefeld.
Arbeitsschwerpunkt seines Unternehmens ist die Installation von Netzwerken für die EDV-Technik. Verkabeln, Messen und Warten. Sind die Leitungen installiert, fährt der Handwerker mit dem Laptop in den Betrieb und führt per PC die weiteren Arbeiten wie zum Beispiel Programmieren durch. Allein im Bielefelder Rathaus seien 700 Meter EDV-Kabel verlegt, um hier den Überblick zu behalten, müsse sehr sorgfältig gearbeitet werden, fügte Frommholz an. Natürlich bietet Elektro Götsch auch alle üblichen Installationsarbeiten an. Besonders in Privathaushalten sei es wichtig Grundregeln zu beachten. Der Kunde erwarte höfliche und gepflegte Handwerker, die ihren Arbeitsplatz sauber wieder verlassen, so Frommholz. „Klar müssen auch mal Schlitze gestemmt werden, und dabei fällt Dreck an“, sagte er an die Schüler gewandt, doch dieser würde sofort mit Hochleistungsstaubsaugern beseitigt. Seine 30 Mitarbeiter sind größtenteils im eigenen Haus ausgebildet worden. Fast alle haben sich spezialisiert. Regelmäßige interne Schulungen und Weiterbildungen sind notwendig, um mit der technischen Entwicklung standzuhalten. Den Schülern, die unter Leitung ihres Lehrers Achim Gumbrich gekommen waren, riet Frommholz, Ferienjobs und Praktika zu absolvieren. 50 Prozent seiner Lehrlinge haben schon zuvor bei ihm gearbeitet.
Sechs Schüler des Technikkurses der Gertrud-Bäumer-Realschule besuchten gemeinsam mit ihrem Lehrer Manfred Kobusch das Unternehmen Schröder Maschinenbau KG in Werther. Das Handwerksunternehmen stellt Maschinen für die Verarbeitung von Fleisch her und gehört hierbei zu den Weltmarktführern. Ausbildungsmeister Jürgen Meyer und Matthias Tschirner, technischer Prozesskoordinator, führten die Schülerinnen und Schüler des Technikkurses durch die picobello-sauberen Hallen des Maschinenbaubetriebes. Zwar fliegen Späne, wenn das Lasergerät ansetzt, aber nicht auf den Hallenboden. Der Laser wird vom PC aus gesteuert. Die Fleischverarbeitungsmaschinen werden weltweit verkauft. Funktioniert eine Maschine beispielsweise in Südafrika nicht, erfolgt die Ferndiagnose von Werther online. Begeistert marschiert die kleine Gruppe durch die Halle. „Ich habe gar nicht gewusst, wieweit die Automatisierung vorangeschritten ist“, erklärte Nico Meißner, dessen Wunschberuf Elektroniker ist. Andere freuten sich über die abwechslungsreiche Mischung von praktischer Arbeit und EDV.
Zufrieden mit dem Bingo-Tag des Handwerks zeigten sich die Organisatorinnen, Imke Rademacher, OWL-Maschinenbau, und Alexandra Kramme, Lehrstellenwerberin der Handwerkskammer. „Wir haben einen großen Schritt in Richtung Imagewandel des Handwerks geschafft“, erklärte die Lehrstellenwerberin zufrieden. Weitere teilnehmende Betriebe waren: Wilhelm Brase GmbH & Co. KG,, Engelbrecht Lasertechnik GmbH, Steinkamp Maschinenbau GmbH & Co. KG, Wemhöner Surface Technologie GmbH & Co. KG, Neotechnik Göthe & Prior GmbH & Co KG Mercedes-Benz-Vertragswerkstatt und Wilhelm Altendorf GmbH & Co. KG.


